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18. Juli 2019

Die Abteilung III hat jetzt eine Chefin – 8 Fragen an Maja Tiemann, die neue Leiterin der Abteilung Bauphysik, Technische Gebäudeausrüstung im DIBt

Seit 1. Juli 2019 leitet die Bauingenieurin und Leitende Baudirektorin Maja Tiemann die Abteilung III – Bauphysik, Technische Gebäudeausrüstung des DIBt. Sie tritt damit die Nachfolge von Prof. Gunter Hoppe an, der Ende Juni in den Ruhestand wechselte.

Frau Tiemann kam 1999 aus der Bauindustrie zum DIBt, wo sie zunächst als Technische Referentin im Referat "Brandverhalten von Bauteilen, Brandsicherheit" tätig war. Bereits 2001 übernahm sie die Leitung des Referats, das sie 18 Jahre lang sehr erfolgreich führte.

Das DIBt-Newsletter-Team sprach mit ihr über anstehende Herausforderungen, die Zukunft des Bauens und die Zusammenarbeit am DIBt.

DIBt-Newsletter-Team: Frau Tiemann, herzlichen Glückwunsch zur neuen Stelle!
Maja Tiemann: Dankeschön!

Wie war Ihr erster Tag als Abteilungsleiterin? Welche Eindrücke nehmen Sie mit?
Der erste Tag war arbeitsreich und mit vielen positiven Eindrücken verbunden. Ich habe von allen Seiten Glückwünsche bekommen und viele nette Begrüßungsworte – von Kollegen, Vorgesetzten, aber auch von Kunden und Behörden. Das hat mich sehr gefreut. Der einzige Wehrmutstropfen war der Abschied von meinem Referat. Der ist mir schwergefallen.

Welche Herausforderungen kommen jetzt auf Sie zu?
Die erste Herausforderung wird die personelle Festigung der Abteilung sein. Das Referat "Brandverhalten von Bauteilen, Brandsicherheit" wird geteilt und die Leitungen müssen neu besetzt werden. Im Referat "Brandverhalten von Baustoffen, Brandschutzbeschichtungen" gibt es seit Kurzem ebenfalls einen neuen Referatsleiter. Auch in anderen Fachgebieten steht die ein oder andere personelle Veränderung und Verstärkung an. Insofern ist die erste Herausforderung also eine personelle Festigung.

Inhaltlich hat die Bauphysik traditionell eine sehr enge und detaillierte Nähe zum Bauordnungsrecht. Eine ständige Herausforderung für unseren Bereich besteht daher darin, die rechtlichen Vorgaben in unseren Verfahren abzubilden und auf praktikable und gangbare Weise zu berücksichtigen.

Es gilt außerdem, sich auf die weitere Optimierung der Arbeitsabläufe und Prozesse zu fokussieren, auf die Veränderungen im Bauwesen und Baugeschehen zu reagieren und den Dialog mit der Fachwelt zu festigen.

Stichwort Europa und nationale Verfahren …
Europa hat maßgebliche Auswirkungen auf unsere Arbeit. Wir lösen weiterhin nationale Verfahren ab und gehen in Richtung Europa. Veränderungen wird es im Brandschutz z.B. in nächster Zeit bei den Feuerschutzabschlüssen geben. Im Bereich Wärme- und Schallschutz haben wir bereits einen hohen Anteil an Europäischen Bewertungsdokumenten (EAD), mit steigendem Trend. In der Technischen Gebäudeausrüstung spiegelt sich Europa insbesondere durch eine sehr aktive Mitarbeit der Kollegen in der Normung. Auch das wird sich auf die Zulassungsarbeit auswirken. D.h. Europa spielt eine große Rolle in allen Arbeitsgebieten der Bauphysik und Technischen Gebäudeausrüstung.

Im nationalen Verfahren arbeiten wir weiterhin intensiv an der Umstellung der Bescheide auf die neuen Regelungen der Bauordnung. Dabei spielt die allgemeine Bauartgenehmigung für die Abteilung III eine wichtige Rolle - besonders im Brandschutz, z.B. bei den Kabel- und Rohrabschottungen und feuerwiderstandsfähigen Bauteilen, aber auch in der Technischen Gebäudeausrüstung. Sie bietet gerade in Hinblick auf die Ausführungsvielfalt zahlreicher Bauarten ein gleichermaßen flexibles wie konsistentes Format.

Seit 1. Oktober 2018 betreut die Abteilung III auch federführend die vorhabenbezogenen Bauartgenehmigungen (vBG) und die Zustimmungen im Einzelfall (ZiE) für Berlin. Wie läuft das an?
Sehr gut. Wir bearbeiten die Vorgänge für alle betreffenden Bauprodukte und Bauarten federführend, also nicht nur die im Bereich Bauphysik und Technische Gebäudeausrüstung, und erteilen sämtliche Bescheide. Diese Bündelung an einer Stelle und Koordination aller Vorgänge von einer Stelle wirkt sich positiv aus – insbesondere auf die zeitlichen Abläufe und die Kommunikations- und Entscheidungswege. Aber natürlich können wir die Arbeit nicht allein bewältigen, sondern erhalten große Unterstützung aus allen Abteilungen im Haus. Die Kollegen haben immer ein offenes Ohr für uns und wir erfahren eine sehr engagierte fachliche Zusammenarbeit. Das Verfahren hat sich bereits gut eingespielt. So können wir mit kurzen Bearbeitungszeiten punkten und auch die direkte Ansprechbarkeit, die wir bieten, stößt auf sehr positive Resonanz. Nach fast einem Jahr sind wir bald auch soweit, eine erste Bilanz zu ziehen und die Erfahrungen zu nutzen, um das Verfahren noch effektiver zu gestalten, z.B. über weitere bereitgestellte Informations- und Musterdokumente und über ein besonderes Vorgangsmanagement.

Denken Sie, dass weitere Länder die vBG-/ZiE-Erteilung auf das DIBt übertragen werden?
Da möchte ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber sagen wir, dass einige Länder unsere Arbeit in diesem Bereich sehr interessiert verfolgen.

Sie kommen ursprünglich aus dem konstruktiven vorbeugenden Brandschutz. Mit dem  Wärme- und Schallschutz und der Technischen Gebäudeausrüstung kommen nun neue Themen auf Sie zu ...
Ich freue mich auf diese Themen, die allerdings so neu gar nicht sind. Ich kann hier auf fast 18 Jahre Stellvertretung für meinen Vorgänger Herrn Prof. Hoppe zurückgreifen, durch die ich viele Erfahrungen sammeln konnte. Zudem habe ich kompetente Referatsleiterinnen und Referatsleiter an meiner Seite, auf deren Unterstützung ich bauen kann.

Das Bauen und die Art und Weise, wie Menschen leben, ändert sich ständig. Was sind ihrer Meinung nach wichtige Themen, die auf die Abteilung Bauphysik, Technische Gebäude­ausrüstung zukommen? Wagen Sie mit uns einen Blick über den Tellerrand.
Natürlich wird unsere Arbeit von den Entwicklungen beeinflusst, die das Leben und Zusammenleben in der Gesellschaft prägen. Aktuell spielen z.B. Kostensenkung, schnelleres Bauen, Energieeffizienz und nachwachsende oder aufbereitete Rohstoffe eine wichtige Rolle. Das spiegelt sich in den Bauprodukten und Bauarten, die wir beurteilen. Wir befassen uns auch verstärkt mit dem Thema der Dauerhaftigkeit in Bezug auf die maßgeblichen Eigenschaften. Aber auch die Veränderung der baulichen Anlagen insgesamt beeinflusst unsere Arbeit. Zunehmend halten modulare Konzepte und neue Technologien Einzug, werden multifunktionale Bauteile und hochleistungsfähige Baustoffe entwickelt, Sanierungsverfahren kommen zum Einsatz.

Frau Tiemann, Sie sind die erste Leiterin einer technischen Abteilung in der Geschichte des DIBt!
Ja, .. die Abteilung III hat jetzt eine Chefin.

Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg für Ihre Arbeit!

Dipl.-Ing. Maja Tiemann (2.v.l.) im Gespräch mit ihrem Team
Dipl.-Ing. Maja Tiemann (2.v.l.) im Gespräch mit ihrem Team
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