Elastische, textile und Laminatbodenbeläge

Elastische, textile und Laminatbodenbeläge fallen in den Anwendungsbereich der EN 14041:2004/AC:2006, unter anderem zählen dazu:

Polyvinylchlorid (PVC)- und Kautschuk-Bodenbeläge: Sie können homogen oder heterogen gestaltet sein. In der Regel bestehen sie aus einer Nutzschicht, optionalen Zwischenschichten und einem Trägermaterial.

Textile Bodenbeläge: Sie bestehen aus einer Nutzschicht, einem Träger sowie einem Rücken oder einer Schwerbeschichtung. Sie werden vollflächig verlegt.

Laminatbodenbeläge: Sie bestehen in der Regel aus einer Nutzschicht aus Melaminharzen oder Lacksystemen mit verschieden bedruckten Dekorschichten, Trägerplatten aus hochverdichteten Holzfaserplatten und einem Gegenzug. Laminatbodenbeläge können rückseitig mit einer Dämmschicht kaschiert sein.

Verbundbeläge: Sie können aus den verschiedensten Materialien bestehen. Eine Nutzschicht ist dabei auf eine Trägerplatte aufkaschiert. Darunter befindet sich ein Gegenzug. Auch eine zusätzliche Dämmschicht kann vorhanden sein.

Bauaufsichtlicher Rahmen

Bauaufsichtlich relevant sind elastische, textile und Laminatbodenbeläge, wenn sie in Aufenthaltsräumen und baulich nicht davon abgetrennten Nebenräumen eingesetzt werden, da Emissionen aus diesen Produkten die Innenraumluftqualität beeinflussen.

Bei Bodenbelägen, die in den Anwendungsbereich der EN 14041:2004/AC:2006 fallen, kann auf Grundlage dieser Norm keine Leistung hinsichtlich der Freisetzung flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) erklärt werden.

Für diese Produkte wurden bis Oktober 2016 allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen zum Nachweis des Gesundheitsschutzes erteilt. Infolge der Umsetzung des Urteils des Europäischen Gerichtshofs vom 16. Oktober 2014 in der Rechtssache C-100/13 werden für diese Produkte, wenn sie die CE-Kennzeichnung auf Grundlage der EU-Bauproduktenverordnung (Verordnung (EU) Nr. 305/2011) tragen, keine allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen mehr erteilt. Die Produkte dürfen nicht mit dem Ü-Zeichen gekennzeichnet werden. Zulassungen, deren Geltungsdauer noch nicht abgelaufen ist, sind unten aufgeführt. Sie können auf freiwilliger Basis als Nachweis zur Erfüllung des bauaufsichtlichen Anforderungsniveaus herangezogen werden.

Entsprechend der Landesverwaltungsvorschriften Technische Baubestimmungen (VV TB) bestehen Anforderungen hinsichtlich der Freisetzung flüchtiger organischer Verbindungen, vgl. Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB), A 3.2.1, Anhang 8.

Da für Bodenbeläge, die in den Anwendungsbereich der EN 14041:2004/AC:2006 fallen, keine Leistungen hinsichtlich der Freisetzung flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) auf Grundlage dieser Norm erklärt werden können, kann zur Ausweisung von Leistungen bezüglich der Freisetzung von flüchtigen organischen Verbindungen eine ETA beantragt werden.

Des Weiteren besteht entsprechend der MVV TB, Abschnitt D 3 "Technische Dokumentation nach § 85a Abs. 2 Nr. 6 MBO" die Möglichkeit, Gutachten zum Nachweis der Erfüllung der Bauwerksanforderungen hinsichtlich des Gesundheitsschutzes für elastische, textile und Laminatbodenbeläge zu erstellen.

Für textile Bodenbeläge kann der Nachweis der bauaufsichtlichen Anforderungen auf Grundlage der Technischen Regel für Textile Bodenbeläge erfolgen, vgl. Anhang 9 der MVV TB. Dabei kann es sinnvoll sein, eine qualifizierte Stelle entsprechend Artikel 43 der EU-Bauproduktenverordnung einzuschalten.

In diesem Bereich erstellt das DIBt Europäische Technische Bewertungen (ETA) und Gutachten zum Nachweis der Erfüllung der Bauwerksanforderungen bezogen auf den Gesundheitsschutz.

Grundsätze, Hinweise, Empfehlungen

Antragsformulare

Europäische Technische Bewertung

Das Antragsformular leitet den Antragsvorgang ein, im Rahmen dessen erstens zu prüfen ist, ob die Ausstellung einer Europäischen Technischen Bewertung möglich ist und - wenn ja - ob ein zutreffendes Europäisches Bewertungsdokument vorliegt, und zweitens ggf. die Vollständigkeit der Unterlagen sichergestellt wird, die zur Erarbeitung eines Europäischen Bewertungsdokuments ggf. erforderlich sind.

Die Vorschriften der EU-Bauproduktenverordnung allein reichen nicht aus, um ein Verfahren zur Ausstellung einer Europäischen Technischen Bewertung durchführen zu können. Die Verordnung sieht in Art. 26 Abs. 3 vor, dass im Rahmen eines Durchführungsrechtsakts das Format der Europäischen Technischen Bewertung von der Kommission festgelegt wird. Mit "Format" ist hier vor allem das Konzept der Bewertung gemeint, das sich in einer allgemeinen Festlegung der Inhalte eines solchen Dokuments niederschlägt. Die Kommision hat daher die Durchführungsverordnung 1062/2013 erlassen.

Formblatt zur Beantragung der Ausstellung einer Europäischen Technischen Bewertung nach BauPVO (2 Seiten)

Stand: November 2015

Formblatt zur Beantragung der Ausstellung einer Europäischen Technischen Bewertung nach BauPVO (2 Seiten)

Stand: November 2015

Freiwilliges Gutachten

Bei lückenhaften harmonisierten Normen können Sie auf freiwilliger Basis Angaben zu Produktleistungen machen, die von der betreffenden Norm nicht erfasst sind. Das DIBt bietet eine unabhängige Bestätigung zusätzlicher Leistungsangaben in Form freiwilliger Gutachten.

Ein DIBt-Gutachten können Sie formlos, besser aber über unser Musterformular in Auftrag geben. Nutzen Sie das Formular auch für Ihre Erstanfrage. So haben wir alle Angaben, die wir benötigen.

Auftrag zur Erstellung eines Gutachtens (4 Seiten)

über die Einhaltung bauaufsichtlicher Anforderungen an bauliche Anlagen bei Einbau des bezeichneten Bauprodukts

Dr. Astrid Gräff
Referatsleitung – Gesundheitsschutz, Innenraumhygiene, Schutz vor Radioaktivität in Bauprodukten

Tel.: +49 30 78730-434
Fax: +49 30 78730-11434
E-Mail: alu@dibt.de

Rechtsgrundlagen

Prüfung, Überwachung, Zertifizierung