Fußbodenbeschichtungen

Fußbodenbeschichtungen werden auf einem tragfähigen Untergrund aufgebracht. Solche Beschichtungen – beispielsweise auf Kunstharz‑Basis – sind nach der Erhärtung unmittelbar nutzbar. Sie können aus mehreren Schichten und aus mehreren Produkten bestehen sowie 1-, 2- oder mehrkomponentig sein. Als Bindemittel werden z.B. Epoxid (EP), Polyurethan (PUR) oder Polymethylmethacrylat (PMMA) eingesetzt.

Bauaufsichtlicher Rahmen

Bauaufsichtlich relevant sind Fußbodenbeschichtungen, wenn sie in Aufenthaltsräumen und baulich nicht davon abgetrennten Nebenräumen eingesetzt werden, da Emissionen aus diesen Produkten die Innenraumluftqualität beeinflussen.

Bei Fußbodenbeschichtungen, die in den Anwendungsbereich der EN 13813:2002 fallen, kann auf Grundlage dieser Norm keine Leistung hinsichtlich der Freisetzung flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) erklärt werden. Für diese Produkte wurden bis Oktober 2016 allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen zum Nachweis des Gesundheitsschutzes erteilt. Infolge der Umsetzung des Urteils des Europäischen Gerichtshofs vom 16. Oktober 2014 in der Rechtssache C-100/13 werden für diese Produkte, wenn sie die CE-Kennzeichnung auf Grundlage der EU-Bauproduktenverordnung (Verordnung (EU) Nr. 305/2011) tragen, keine allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen mehr erteilt. Die Produkte dürfen nicht mit dem Ü-Zeichen gekennzeichnet werden. Zulassungen, deren Geltungsdauer noch nicht abgelaufen ist, sind unten aufgeführt. Sie können auf freiwilliger Basis als Nachweis zur Erfüllung des bauaufsichtlichen Anforderungsniveaus herangezogen werden.

Entsprechend der Landesverwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (VV TB) bestehen Anforderungen hinsichtlich der Freisetzung flüchtiger organischer Verbindungen vgl. Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB), A 3.2.1, Anhang 8.

Da für Fußbodenbeschichtungen, die in den Anwendungsbereich der EN 13813:2002 fallen, keine Leistungen hinsichtlich der Freisetzung flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) auf Grundlage dieser Norm erklärt werden können, kann zur Ausweisung von Leistungen bezüglich der Freisetzung von flüchtigen organischen Verbindungen eine Europäische Technische Bewertung (ETA) beantragt werden.

Des Weiteren besteht entsprechend der MVV TB, Abschnitt D 3 "Technische Dokumentation nach § 85a Abs. 2 Nr. 6 MBO" die Möglichkeit freiwillige Nachweise zur Erfüllung der Bauwerksanforderungen hinsichtlich des Gesundheitsschutzes für Fußbodenbeschichtungen zu erstellen.

In diesem Bereich erstellt das DIBt ETA und Gutachten zum Nachweis der Erfüllung der Bauwerksanforderungen bezogen auf den Gesundheitsschutz.

Grundsätze, Hinweise, Empfehlungen

Antragsformulare

Europäische Technische Bewertung

Das Antragsformular leitet den Antragsvorgang ein, im Rahmen dessen erstens zu prüfen ist, ob die Ausstellung einer Europäischen Technischen Bewertung möglich ist und - wenn ja - ob ein zutreffendes Europäisches Bewertungsdokument vorliegt, und zweitens ggf. die Vollständigkeit der Unterlagen sichergestellt wird, die zur Erarbeitung eines Europäischen Bewertungsdokuments ggf. erforderlich sind.

Die Vorschriften der EU-Bauproduktenverordnung allein reichen nicht aus, um ein Verfahren zur Ausstellung einer Europäischen Technischen Bewertung durchführen zu können. Die Verordnung sieht in Art. 26 Abs. 3 vor, dass im Rahmen eines Durchführungsrechtsakts das Format der Europäischen Technischen Bewertung von der Kommission festgelegt wird. Mit "Format" ist hier vor allem das Konzept der Bewertung gemeint, das sich in einer allgemeinen Festlegung der Inhalte eines solchen Dokuments niederschlägt. Die Kommision hat daher die Durchführungsverordnung 1062/2013 erlassen.

Formblatt zur Beantragung der Ausstellung einer Europäischen Technischen Bewertung nach BauPVO (2 Seiten)

Stand: November 2015

Formblatt zur Beantragung der Ausstellung einer Europäischen Technischen Bewertung nach BauPVO (2 Seiten)

Stand: November 2015

Freiwilliges Gutachten

Bei lückenhaften harmonisierten Normen können Sie auf freiwilliger Basis Angaben zu Produktleistungen machen, die von der betreffenden Norm nicht erfasst sind. Das DIBt bietet eine unabhängige Bestätigung zusätzlicher Leistungsangaben in Form freiwilliger Gutachten.

Ein DIBt-Gutachten können Sie formlos, besser aber über unser Musterformular in Auftrag geben. Nutzen Sie das Formular auch für Ihre Erstanfrage. So haben wir alle Angaben, die wir benötigen.

Auftrag zur Erstellung eines Gutachtens (4 Seiten)

über die Einhaltung bauaufsichtlicher Anforderungen an bauliche Anlagen bei Einbau des bezeichneten Bauprodukts

Dr. Astrid Gräff
Referatsleitung – Gesundheitsschutz, Innenraumhygiene, Schutz vor Radioaktivität in Bauprodukten

Tel.: +49 30 78730-434
Fax: +49 30 78730-11434
E-Mail: alu@dibt.de

Rechtsgrundlagen

Prüfung, Überwachung, Zertifizierung