Feuerschutzabschlüsse im Zuge bahngebundener Förderanlagen

Ein Feuerschutzabschluss im Zuge bahngebundener Förderanlagen ist ein Bauprodukt zur Sicherung von Brandabschnitten. Der Abschluss besteht im Wesentlichen aus beweglichem Element (Klappen- oder Schieberblatt) und Festfeld, jeweils ggf. mit Aussparungen für die Fördertechnik, sowie Führungselementen und Schließeinrichtung.

Führen Förderanlagen durch feuerhemmende oder feuerbeständige innere Wände oder Decken, müssen die dafür benötigten Öffnungen mit feuerwiderstandsfähigen Abschlüssen versehen werden, die im Brandfall den Übertritt von Feuer und ggf. Rauch für eine angemessene Zeit verhindern.

Bauaufsichtlicher Rahmen

Für Feuerschutzabschlüsse im Zuge bahngebundener Förderanlagen erteilt das DIBt allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen (abZ) in Verbindung mit einer allgemeinen Bauartgenehmigung (aBG) (sogennanter "Kombibescheid"). Es können auch Europäische Technische Bewertungen (ETA) ausgestellt werden.

Grundlage für die Erteilung von abZ/aBG sind insbesondere Prüfnachweise nach DIN 4102-5 (Feuerwiderstand) und DIN 4102‑18 (Dauerfunktion).

Grundlage für die Erteilung von Europäischen Technischen Bewertungen ist das unten genannte Europäische Bewertungsdokument (EAD).

Bitte beachten Sie zudem die einschlägigen Landesvorschriften entsprechend der Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB) 2017/1, insbesondere Anhang 4, Abschnitt 5.2

Feuerschutzabschlüsse im Zuge bahngebundener Förderanlagen dürfen nur von Unternehmen errichtet werden, die als Nachweis ihrer Fachkunde eine entsprechende Bestätigung des abZ/aBG-Inhabers bzw. ETA-Inhabers vorlegen können.

Wenn ein Feuerschutzabschluss im Zuge bahngebundener Förderanlagen mit einer Feststellanlage ausgestattet wird, ist nach dem betriebsfertigen Einbau der Feststellanlage am Anwendungsort deren einwandfreie Funktion im Zusammenwirken mit dem Feuerschutzabschluss und der Förderanlage zu prüfen (einschließlich Prüfung der ggf. angebrachten Sensoren zur Schließbereichsüberwachung). Diese Abnahmeprüfung ist durch eine Überwachungsstelle nach Teil V des Verzeichnisses der Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstellen nach den Landesbauordnungen; lfd. Nr. 11 durchzuführen.

Technische Regeln

EAD 350022-01-1107 Kit for closure system for conveyor systems (28 Seiten)

Stand: Januar 2018; OJEU 2018/C 049/04; Feuerschutzabschluss im Zuge bahngebundener Förderanlagen; EOTA

Antragsformulare

Nationales Verfahren

Für die Erteilung einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (abZ) oder allgemeinen Bauartgenehmigung (aBG) ist ein Antrag beim DIBt erforderlich (vgl. Musterbauordnung 2016 §§ 16a Abs.2 und 18 Abs. 2 und 4). Das gilt auch für die Änderung, Ergänzung oder Verlängerung einer bestehenden Zulassung oder einer bestehenden Bauartgenehmigung.

Der Antrag kann formlos gestellt werden. Benötigt werden folgende Angaben:

  • Name und Adresse des Antragstellers
  • Beschreibung des Zulassungs- bzw. Regelungsgegenstands und des Verwendungs- bzw. Anwendungsbereichs
  • Ziel des Antrags (Neuzulassung oder Änderung/Ergänzung/Verlängerung einer Zulassung)

Tipp 1: Nutzen Sie unsere Antragsmuster (siehe unten). Sie berücksichtigen alle relevanten Daten.

Tipp 2: Achten Sie auf vollständige und korrekte Antragsunterlagen! Das erleichtert die Bearbeitung und beschleunigt das Verfahren.

Antragsformular Zulassung und/oder Bauartgenehmigung (3 Seiten)

Stand: Januar 2018; Antrag auf Erteilung einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung (abZ), einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung in Kombination mit einer allgemeiner Bauartgenehmigung (abZ + aBG) oder einer allgemeinen Bauartgenehmigung (aBG)

Antrag zur Änderung / Ergänzung / Verlängerung der Geltungsdauer einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung und/oder einer allgemeinen Bauartgenehmigung (4 Seiten)

Stand: Januar 2018

Merkblatt zum Anfertigen von Zeichnungen für allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen und Bauartgenehmigungen (5 Seiten)

Stand: Juli 2017

Europäische Technische Bewertung

Das Antragsformular leitet den Antragsvorgang ein, im Rahmen dessen erstens zu prüfen ist, ob die Ausstellung einer Europäischen Technischen Bewertung möglich ist und - wenn ja - ob ein zutreffendes Europäisches Bewertungsdokument vorliegt, und zweitens ggf. die Vollständigkeit der Unterlagen sichergestellt wird, die zur Erarbeitung eines Europäischen Bewertungsdokuments ggf. erforderlich sind.

Die Vorschriften der EU-Bauproduktenverordnung allein reichen nicht aus, um ein Verfahren zur Ausstellung einer Europäischen Technischen Bewertung durchführen zu können. Die Verordnung sieht in Art. 26 Abs. 3 vor, dass im Rahmen eines Durchführungsrechtsakts das Format der Europäischen Technischen Bewertung von der Kommission festgelegt wird. Mit "Format" ist hier vor allem das Konzept der Bewertung gemeint, das sich in einer allgemeinen Festlegung der Inhalte eines solchen Dokuments niederschlägt. Die Kommision hat daher die Durchführungsverordnung 1062/2013 erlassen.

Formblatt zur Beantragung der Ausstellung einer Europäischen Technischen Bewertung nach BauPVO (2 Seiten)

Stand: November 2015

Formblatt zur Beantragung der Ausstellung einer Europäischen Technischen Bewertung nach BauPVO (2 Seiten)

Stand: November 2015

Christina Pritzkow
Referatsleitung – Brandschutz von Abschlüssen; Zubehörteile und Feststellanlagen

Tel.: +49 30 78730-354
Fax: +49 30 78730-11354
E-Mail: cpr@dibt.de

Rechtsgrundlagen

Prüfung, Überwachung, Zertifizierung